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Gerhard Richter - Abstrakte Bilder . Abstract Paintings

Ausstellung | haus der kunst | 27.02.2009 bis 17.05.2009

Die Entwicklung von Gerhard Richters Werk ist in den vergangenen Jahrzehnten in einer Reihe großer Retrospektiven dargestellt worden. Diese Präsentationen stellten jeweils einen aktualisierten Blick auf Richters Malerei vor und unterschieden sich, vereinfacht formuliert, durch die jeweilige Gewichtung des Verhältnisses von fotografiebezogenen und abstrakten Gemälden. Nur wenige Ausstellungen beschäftigten sich mit einem bestimmten Thema in Richters Werk, wie z.B. 1998 die Ausstellung der Landschaften im Sprengel Museum.

Die Werkauswahl konzentriert sich auf Bilder, die eine Verwandtschaft im Sinne einer
gleichen bzw. vergleichbaren anschaulichen Gestalt aufweisen. Mitte der 1980er-Jahre
malte Gerhard Richter ungewöhnlich viele großformatige Bilder, häufig in Serien von
drei oder vier. Diese so genannten Abstrakten Bilder sind geprägt von einer großen
formalen Entsprechung und grafischen Vielgestalt. Sie bilden einen offenen
Werkkomplex, der auf eine formale Verdichtung von Richters Malerei zielt: Als
Ergebnisse malerischer Prozesse werden sie nicht durch eine ikonografische Vorgabe
in eine bestimmte Richtung gelenkt. Richter formuliert zunächst eine
Erwartungshaltung gegenüber dem Bild, das aus der folgenden Verdichtung der Farbe
erschaffen wird. Die Farbelemente und -strukturen werden mit Pinseln, Rakeln,
Spachteln Schicht für Schicht aufgetragen, wobei bereits vorhandene durch neue
überlagert oder ganz ausgelöscht werden. Sie bilden Analogien, Ergänzungen oder
Kontraste, differieren hinsichtlich des Duktus der Spuren und verweigern eine
Einheitsbildung im Sinne eines tradierten Bildaufbaus. Richters Arbeit am Zyklus 18.
Oktober 1977 fällt in dieselbe Zeit, sodass dessen Bilder in der Ausstellung als
Abwesende anwesend sein werden.

Inwieweit Richters formale Auseinandersetzung mit den Bedingungen des eigenen
Mediums, wie sie in den Abstrakten Bildern zum Ausdruck kommt, die Formulierung
einer Thematik bzw. Inhalts erlaubt, ist Untersuchungsgegenstand eines Buches, das
bei HatjeCantz erscheint.

Die Ausstellung ist eine Koproduktion vom Haus der Kunst mit dem Museum Ludwig
in Köln. Aufgrund der sehr unterschiedlichen räumlichen Bedingungen beider Häuser
stellen beide Präsentationen eigenständige Interpretationen der Konzeption dar, die
zudem in München eine wesentliche Erweiterung erfährt.




haus der kunst

Pestalozzistraße 1

http://www.hausderkunst.de





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