Gerhard Richter - Abstrakte Bilder . Abstract Paintings
Ausstellung | haus der kunst | 27.02.2009 bis 17.05.2009
Die Werkauswahl konzentriert sich auf Bilder, die eine Verwandtschaft im Sinne einer
gleichen bzw. vergleichbaren anschaulichen Gestalt aufweisen. Mitte der 1980er-Jahre
malte Gerhard Richter ungewöhnlich viele großformatige Bilder, häufig in Serien von
drei oder vier. Diese so genannten Abstrakten Bilder sind geprägt von einer großen
formalen Entsprechung und grafischen Vielgestalt. Sie bilden einen offenen
Werkkomplex, der auf eine formale Verdichtung von Richters Malerei zielt: Als
Ergebnisse malerischer Prozesse werden sie nicht durch eine ikonografische Vorgabe
in eine bestimmte Richtung gelenkt. Richter formuliert zunächst eine
Erwartungshaltung gegenüber dem Bild, das aus der folgenden Verdichtung der Farbe
erschaffen wird. Die Farbelemente und -strukturen werden mit Pinseln, Rakeln,
Spachteln Schicht für Schicht aufgetragen, wobei bereits vorhandene durch neue
überlagert oder ganz ausgelöscht werden. Sie bilden Analogien, Ergänzungen oder
Kontraste, differieren hinsichtlich des Duktus der Spuren und verweigern eine
Einheitsbildung im Sinne eines tradierten Bildaufbaus. Richters Arbeit am Zyklus 18.
Oktober 1977 fällt in dieselbe Zeit, sodass dessen Bilder in der Ausstellung als
Abwesende anwesend sein werden.
Inwieweit Richters formale Auseinandersetzung mit den Bedingungen des eigenen
Mediums, wie sie in den Abstrakten Bildern zum Ausdruck kommt, die Formulierung
einer Thematik bzw. Inhalts erlaubt, ist Untersuchungsgegenstand eines Buches, das
bei HatjeCantz erscheint.
Die Ausstellung ist eine Koproduktion vom Haus der Kunst mit dem Museum Ludwig
in Köln. Aufgrund der sehr unterschiedlichen räumlichen Bedingungen beider Häuser
stellen beide Präsentationen eigenständige Interpretationen der Konzeption dar, die
zudem in München eine wesentliche Erweiterung erfährt.
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